V – ANHANG-1, Ergänzungen zum Text
Vor Mitgliedern - GA 94 Kosmogonie (*)

GA 94 – Kosmogonie
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Anhang

ErgÄnzungen zum Text

Ergänzendes zum Vortrag vom 3. Juli 1906
(Seite 154)

Glauben die Spiritisten, die wirklichen Verstorbenen zu sehen, so sind sie zwei möglichen Irrtümern ausgesetzt. Der eine kann der sein, daß sie in Wirklichkeit ein Akashabild vor sich haben, der andere der, daß sich aus dem Ätherleib des Mediums ein Schemen bildet bis zu einer luftigen Erscheinung, die manchmal auch der Nicht-Hellsehende wahrnehmen kann. Man hat es nicht mit einer echten Individualität, sondern mit einem Schemen zu tun.

Hier möchte ich eine spiritistische Geschichte einflechten. Ein bekannter Spiritist, der immer in Wut geriet, wenn er etwas von Reinkarnation, von Wiederverkörperung hörte, versuchte einmal, Frau Blavatsky nach ihrem Tode in seinen Zirkel hineinzubannen und fragte sie, wie sie jetzt über Reinkarnation dächte. Frau Blavatsky habe geantwortet, von Reinkarnation sei keine Rede, sie hätte die Menschen vollständig irregeführt, und nun seien Scharen da, die auf diese Wiederverkörperung umsonst warteten; sie bereue, diese Sache behauptet zu haben.

Nun kann dieses Experiment in gewisser Weise ganz gut auf Wahrheit beruhen. Wir müssen annehmen, daß das geschah, als Frau Blavatsky nicht mehr im Kamaloka war. Ihr Schemen kann durchaus in einen spiritistischen Zirkel hineingezogen worden sein. In der Tat hatte Frau Blavatsky, als sie die «Entschleierte Isis» schrieb, ungefähr in den Siebzigerjahren, noch an keine Wiederverkörperung und an kein Karma geglaubt; sie hielt es damals für unmöglich. Erst später kam sie zu dieser Anschauung. Ihre in Devachan übergegangene Individualität, ihr Wesenskern, hat diese Anschauung mitgenommen,


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und an dem Schemen haftete der Irrtum. Die Frau Blavatsky von jener Zeit hätte zu Lebzeiten das gleiche geantwortet. Der Spiritist hatte es nicht mit dem Wesenskern von Frau Blavatsky zu tun, sondern mit dem Schemen.

(Seite 155, oben)

In dem Moment, wo dieses astralische Gebilde in einen werdenden Menschenkeim eintritt, ist es eineZeitlang nicht voll sichtbar für den Hellseher. Es ist in der Mitte unterbrochen. Denken Sie sich das ungefähr so:

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Beim gewöhnlichen Menschen verdunkelt es sich bis zum 16., 17., 18. Tage und wird von da an wieder heller. Beim Chela bleibt dieses astralische Gebilde in allen Stadien leuchtend.

(Seite 155, unten)

Nehmen wir zum Beispiel an, ein Mensch errichtet ein Hospital, mit dem Wunsch, Hilfe zu bringen. Ist dies erreicht, läßt er es auf sich beruhen und kümmert sich nicht mehr um diese Tat. Das Gleiche tut ein anderer, sagen wir aus Ehrgeiz, um vielleicht einen Orden zu erhalten. Die Ausgangspunkte zu diesen Taten sind ganz verschieden, aber die Hilfe, die sie brachten, ist genau dieselbe.

Ergänzendes zum Vortrag vom 5. Juli 1906
(Seite 157, oben)

Schopenhauer zum Beispiel war in seiner Philosophie Pessimist. Ein solcher sieht alles in Schwarz, alles ist für ihn schlecht in der Welt eingerichtet. Nun hat Schopenhauer eigentümlicherweise viel unter


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Todesangst gestanden. Das ist darauf zurückzuführen, daß er in seinem vorigen Erdenleben furchterweckende Taten begangen hat.

(Seite 157, Mitte)

Es mag vielleicht paradox klingen, aber falsch ist es nicht, wenn wir es nur recht verstehen. Wir haben es in einem Fall mit einem geistigen Wesenskern zu tun, der vor etwa 1200 Jahren auf der Erde war, und der sich nun von neuem verkörperte. Dennoch sieht er der Familie, in die er hineingeboren wurde, ähnlich. Dies kann uns klar werden, wenn wir auf das Wesen des Menschen zurückgreifen. Wir haben also erstens den physischen Leib, zweitens den Ätherleib, das feine Luftgebilde, drittens den Astralleib, die feine Geistwolke, die den menschlichen Leib umgibt, über ihn hinausragt und Farben und Bewegungen zeigt, und viertens das Ich, das verbunden ist mit dem fünften Wesensglied, dem Kausalleib, welcher, je mehr er sich entwickelt, leuchtender und leuchtender wird. Wir haben also zunächst diese fünfgliedrige Menschenwesenheit vor uns. Um zu sehen, wie sie gebildet ist, müssen wir einmal ein Wesen betrachten, das erst mit seinen Verkörperungen beginnt.

(Seite 158)

Wenn ein Chela stirbt, wird er verhältnismäßig bald wiedergeboren. Hat er schon in früheren Leben viel in seinen Ätherleib hineingearbeitet, so hat er jetzt die Fähigkeit, sein Gedächtnis frischer zu erhalten. Er hat aber deshalb noch nicht das Hellsehen oder eine besondere Weisheit von Geburt an, sondern erst von einem bestimmten Zeitpunkt in seinem Leben an, ab dem 16., 17. Jahre, selten früher. Je tiefer er eingeweiht war, desto früher wird er sich bewußt, daß er in seinen Ätherleib hineinarbeiten kann. Kommt dieses Bewußtsein noch früher, also vor der Geschlechtsreife, dann kann er sogar die Geschlechtsreife hinausrücken, so daß er in diesem unschuldigen Jugendzustande bleiben und dadurch sehr viel bedeutsamer in seinen Ätherleib hineinwirken kann, als es später der Fall wäre.


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Ergänzendes zum Vortrag vom 9. Juli 1906
(Seite 173)

Frage: Inwiefern hat die Schulung Einfluß auf die Ernährung (Diät)? Oder umgekehrt: Hat irgendeine Diät Einfluß auf das Seelenleben?

Rudolf Steiner: Es hängt tatsächlich etwas davon ab, wie der Mensch sich ernährt. Zum Beispiel: Es gibt eine gewisse Stufe der okkulten Entwicklung, auf welcher der Mensch die Lehre von Reinkarnation nicht mehr als Theorie ansieht, sondern an sich erkennt. Er sieht dies hellseherisch an sich selbst und an anderen Menschen. Kein Mensch kann jemals zu dieser Erkenntnis kommen, der noch einen Tropfen Alkohol genießt. Andere Kräfte kann der Mensch durch Schulung erlangen, aber diese niemals. An diesem Beispiel sehen Sie, wie die Nahrung auf Geist und Seele wirken kann. Die höhere Entwicklung hängt außerdem auch mit gewissen anderen Dingen zusammen, die der Mensch seinem Leibe zuführt. Durch die Schulung selbst kann ihm aufgehen, daß die innere Harmonie durch eine geeignete Nahrung gefördert werden kann. Man kann auch aus irgendwelchen moralischen Gründen Vegetarier werden, zum Beispiel, um kein Tier zu töten. Auch das ist ein berechtigter Standpunkt. Jedenfalls muß ein Gleichmaß zwischen Geist, Seele und Körper angestrebt werden. Vor allen Dingen darf die okkulte Schulung nur in voller Bewußtheit vor sich gehen.

Ergänzendes zum Vortrag vom 10. Juli 1906
(Seite 176)

Die altindische Bezeichnung für die vierblättrige Lotosblume ist Swastika. Bei Menschen mit Phantasie fängt sie an sich zu drehen, von rechts nach links. In mehreren östlichen Ländern spielt die Swastika als Symbol eine ähnliche zentrale Rolle wie im christlichen Abendland das Kreuz. Alles, was ich Ihnen jetzt auseinandergesetzt habe, ist keine Abstraktion, sondern entspricht einer Realität. Derartige Symbole haben eine sehr tiefe Bedeutung. Es hat aber gar


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keinen Wert, wenn in irgendwelchen theosophischen Schriften das TAO-Zeichen oder die Schlange oder die Swastika verwendet werden.

Damit habe ich Ihnen ungefähr den Weg und die Bedeutung der morgenländischen, unter strenger Leitung eines Guru stehenden Führung gezeigt. Weil das orientalische Bewußtsein etwas Traumhaftes an sich hat, hat der indische Mensch eine solche Führung nötig; die feine Konstitution des morgenländischen Menschen bedingt das. Er muß das lange Zeit innerlich alles durchmachen, bis er sich einmal selber führen kann. In der Vedanta-Philosophie sind die größten Gedanken niedergelegt. Aber der Inder würde nicht beginnen können mit dem Studium von Philosophen wie zum Beispiel Fichte, Schelling, Hegel; er braucht zunächst eine äußere Stütze, bis sein Führer ihm zum Genossen wird.


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