Zur Johannes-Forschung

Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon Germain » 18. Jul 2010 09:49

sunny hat geschrieben:Wenn Du, Germain, schreibst :




Manchmal dachte ich schon, für Dich muss das ja eher langweilig sein, wie ich versuche mich in RS`s Schriften zurechtzufinden,


Ganz und gar nicht, liebe Sunny.
Ich finde es nicht nur spannend und interessant, sondern bin regelrecht beeindruckt davon.



weil Du ja schon soviel mehr davon kennst
und damit ja auch lebst.


Das ist aber kein wirklicher Grund.
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon sunny » 21. Jul 2010 13:04

Sieht ganz so aus, als wäre ich diesmal soweit *eingetaucht* , um Freude am Bleiben zu empfinden *!*


Aus GA 225 :

Die geistige Perspektive ist nicht ein äußerliches Verfolgen des Geistes, die geistige Perspektive ist im Gegenteil gerade das Erleben der Anthroposophie im tiefsten, intimsten Inneren der menschlichen Seele und des menschlichen Herzens. Und dieses tiefe intime Erleben von Anthroposophie in der menschlichen Seele und im menschlichen Herzen, das ist jene Meditation, die uns hinführt zur Begegnung, zur realen Begegnung mit Anthroposophie.

Damit ist versucht, die drei Perspektiven, welche die Anthroposophie eröffnen kann, hinzustellen : die physische, die seelische, die geistige Per­spektive.
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon Germain » 21. Jul 2010 21:22

Das ist schön zu lesen Sunny.

In diesem Sinne:


"Wer über Anthroposophie etwas sprechen will, muß voraussetzen,
daß zunächst dasjenige, was er sprechen will, eigentlich nichts anderes
ist als im letzten Grunde das, was das Herz seines Zuhörers
durch sich selber sagt. In aller Welt ist niemals durch irgendeine Initiations-
oder Einweihungswissenschaft irgend etwas anderes beabsichtigt
gewesen, als auszusprechen, was im Grunde genommen die
Herzen derjenigen durch sich selbst sprechen, die das Betreffende hören
wollen. So daß eigentlich das im allereminentesten Sinne der Grundton
anthroposophischer Darstellung sein muß, aufzutreffen auf das,
was das tiefste Herzensbedürfnis derjenigen Menschen ist, die Anthroposophie
nötig haben."

hier der ganze Vortrag
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon sunny » 23. Jul 2010 12:41

ALCHEMIE des ALL TAGS ?




http://www.youtube.com/watch?v=yjEjt-QRFPs







---wurde es eigentlich jemals geklärt, wer das erste Goetheanum vernichtet hat ?
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon Germain » 25. Jul 2010 09:43

Hoi Sunny,

das hier
sunny hat geschrieben:ALCHEMIE des ALL TAGS ?

http://www.youtube.com/watch?v=yjEjt-QRFPs

Ist interessant!


---wurde es eigentlich jemals geklärt, wer das erste Goetheanum vernichtet hat ?


Meines Wissens konnte das nie wirklich aufgeklärt werden.

Entsprechende Gegner, denen man es zutrauen könnte, gab und gibt es immer noch aus verschiedenen Lagern. Laut den überlieferten Aufzeichnungen des Grafen Polzer Hoditz- deren Echtheit ja von manchen heute angezweifelt wird- nannte Rudolf Steiner ihm gegenüber vor allem Jesuiten und westliche Logen, die nicht ruhen würden , bis die Anthroposophie mit " Stumpf und Stiel" ausgerottet sei.
Aus dieser Perspektive kann man etwas Verständnis auch für die heutigen Probleme in Dornach haben, da Dornach als ursprüngliches Zentrum natürlich
Hauptzielscheibe der Angriffe wurde. Ein bekanntes Kampfmittel der Jesuiten ist wohl die Unterwanderung, die besonders im Falle von Schlüsselpositionen recht fatal wirken kann.

Hier mal einige Stichproben aus dem Netz dazu:

http://freimaurer-wiki.de/index.php/Jesuiten
http://www.cai.org/de/bibelstudien/sond ... on-alberto
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/consp ... shaupt.htm

Ich selber sehe da die eigentlichen Macher der NWO, aus deren Sicht es verständlich erscheinen muss, eine Bewegung ausrotten zu wolllen, aus der eine DREIGLIEDERUNG DES SOZIALEN ORGANISMUS hervorgehen könnte.
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon sunny » 25. Jul 2010 13:03

Lieber Germain,

nachdem ich wieder ein wenig mehr von den Steiner`schen Schätzen genossen habe, stellt sich mir eben die Frage, inwiefern der Aspekt der spirituellen Ökonomie bei der Erforschung der Johannes Individualitäten hervorgehoben werden müsste ?

Oder ist diese Perspektive so selbstverständlich im Inkarnationsgeschehen verwoben, dass sie nicht separat berücksichtigt werden sollte ?



Danke für Deine Hinweise zur anthroposophie-feindlichen Seite.
Mittlerweile halte ich die grosse Palette an potentiellen Widersachern auch nicht mehr für übertrieben - früher war das mal so, weil mir das Potential der 'Anthroposophie
für die Zukunft noch nicht so klar war ....
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon sunny » 27. Jul 2010 09:45

Hier wird ja ganz klar das *Herz* der Johannesforschung beschrieben :


KOSMOGONIE
Siebenter Vortrag, Paris, 31. Mai 1906

Christentum spielt in der Geschichte der Menschheit eine einzig­artige, einschneidende und wesentlichste Rolle. Es ist sozusagen das zentrale Moment, der springende Punkt zwischen der Involution und der Evolution. Und deshalb strahlt auch ein so glanzvolles Licht aus ihm hervor.

Nirgends aber glänzt dieses Licht so lebendig wie im Johannes-Evangelium.
Tatsächlich erscheint es hier allein in seiner ganzen Kraft.
Zweifellos sieht die zeitgenössische Theologie dieses Evangelium nicht so an. Vom historischen Gesichtspunkt aus betrachtet sie es als minderwertig, sozusagen als apokryph gegenüber den drei Synopti­kern. Allein schon die Tatsache, daß man seine Entstehung dem zwei­ten Jahrhundert zugeschrieben hat, hat dazu geführt, daß die Theo­logen der kritischen Schule es als ein Werk der mystischen Poesie und der alexandrinischen Philosophie betrachten.
Ganz anders spricht die Geheimwissenschaft vom Johannes-Evan­gelium. Durch das ganze Mittelalter hindurch gab es eine Reihe von Bruderschaften, die in ihm ihr Ideal und die Hauptquelle der christ­lichen Wahrheit sahen. Diese Bruderschaften nannten sich Brüder des heiligen Johannes, die Albigenser, die Katharer, die Templer und die Rosenkreuzer. Sie alle betätigten sich in praktischem Okkultismus und beriefen sich auf dieses Evangelium als auf ihre Bibel, ihr Brevier. Man kann sogar annehmen, daß die Legende vom Gral, von Parsifal und von Lohengrin von diesen Bruderschaften ausgegangen ist und daß diese der populäre Ausdruck ihrer Geheimlehren war.
Alle diese verschiedenen, unter sich verwandten Orden haben sich selbst als die Vorläufer eines individuellen Christentums betrachtet, dessen Geheimnis sie besaßen und dessen volle Entfaltung küuftigen Zeiten vorbehalten war. Dieses Geheimnis fanden sie einzig und allein im Johannes-Evangelium. Sie fanden darin eine ewige Wahrheit, die sich allen Zeiten angleicht, eine Wahrheit, welche vom Grund aus die Seele neugestaltet, die es in ihr tiefstes Inneres aufnimmt. Man las das Johannes-Evangelium nicht wie ein literarisches Erzeugnis, sondern sah darin ein Mittel zur Einweihung. Um uns davon Rechen­schaft zu geben, lassen wir die Frage seines historischen Wertes zu­nächst auf sich beruhen.
Die ersten vierzehn Verse dieses Evangeliums waren für die Rosen­kreuzer Gegenstand einer täglichen Meditation und einer geistigen Übung. Man schrieb ihnen eine magische Wirkung zu, und diese haben sie in der Tat für den Okkultisten. Solcher Art war ihre Wir­kung. Indem man sie täglich zur selben Stunde unermüdlich wieder­holte, gelangte man dazu, im Traumbewußtsein die Vision von all den Ereignissen zu haben, die im Evangelium erzählt werden, und sie innerlich zu erleben.
Auf diese Weise bedeutet für die Rosenkreuzer das Leben des Chri­stus die Auferstehung des Christus auf dem Grund jeder Seele durch die Geistesschau. Sie glaubten im übrigen gleicherweise an die inner­lich-reale wie an die historische Existenz des Christus. Denn den inneren Christus erkennen, heißt zu gleicher Zeit auch den Christus erkennen, der äußerlich dagewesen ist.
Ein moderner materialistischer Geist könnte einwenden: Beweist die Tatsache, daß die Rosenkreuzer solche Träume hatten, auch die reale Existenz des Christus? - Darauf antwortet der Okkultist: Gäbe es nicht das Auge, um die Sonne zu sehen, so würde die Sonne nicht existieren; aber wenn es die Sonne am Himmel nicht gäbe, gäbe es ebensowenig ein Auge, um sie zu sehen. Denn die Sonne ist es, die das Auge im Laufe der Zeiten gebildet hat und die es geformt hat, um das Licht wahrzunehmen. So konnte der Rosenkreuzer sich sagen:
Das Johannes-Evangelium hat deinen inneren Sinn erweckt, aber ohne einen lebendigen Christus könntest du es nicht in dir leben lassen.
Die Wirkung des Christus Jesus kann nur in seiner vollen Tiefe erkannt werden, wenn man den Unterschied zwischen den antiken Mysterien und dem christlichen Mysterium erkennt.
Die antiken Mysterien vollzogen sich in den Tempelschulen. Die Eingeweihten waren Erweckte.
Sie lernten auf ihren Ätherleib zu wirken; sie waren alsdann «Zweimalgeborene», weil sie die Wahrheit auf zweierlei Art sehen konnten: unmittelbar durch den Traum und durch die astrale Vision, mittelbar durch Gefiihl und Logik.
Die Ein­weihung, die man durchmachte, bedeutete dreierlei: Leben, Tod und Auferstehung. Der Schüler brachte drei Tage im Grabe, in einem Sarkophag im Tempel, zu. Sein Geist war vom Körper befreit. Aber am dritten Tag kehrte sein Geist auf den Ruf des Hierophanten aus der Welt des Kosmos, wo er das Leben des Universums kennen­gelernt hatte, in seinen Körper zurück. Er war verwandelt und neu­geboren. Die größten griechischen Schriftsteller haben mit Enthusias­mus und heiliger Ehrfurcht von diesen Mysterien gesprochen. Plato sagte sogar, daß nur ein Eingeweihter die Bezeichnung «Mensch» verdiene. Aber diese Einweihung findet in Wahrheit in dem Christus ihre Krönung. In Christus konzentriert sich die Einweihung des Ge­fühislebens, wie das Eis das verdichtete Wasser ist. Was man in den antiken Mysterien gesehen hatte, verwirklicht sich geschichtlich durch den Christus auf dem physischen Plan. Der Tod der Eingeweihten war nur ein partieller Tod in der Ätherwelt gewesen. Der Tod des Christus war ein vollständiger Tod auf dem physischen Plan.
Man kann die Auferweckung des Lazarus als ein Schwellenmotiv, als eine Art Übergang von der antiken zur christlichen Einweihung betrachten. Im Johannes-Evangelium erscheint Johannes selbst erst nach dem Bericht vom Tod des Lazarus. Der Jünger, den Jesus lieb hatte, ist auch der höchste Eingeweihte. Es ist derjenige, der durch Tod und Auferstehung gegangen und durch die Stimme des Christus selbst auferweckt worden ist. Johannes - das ist der nach seiner Ein­weihung aus dem Grabe erstandene Lazarus. Johannes hat den Tod des Christus erlebt. So ist der mystische Weg, den die Tiefen des Christentums enthüllen.
Die Hochzeit zu Kana, deren Bericht man gleichfalls in diesem Evangelium liest, umschließt eines der tiefen Geheimnisse der Geistes­geschichte der Menschheit. Es bezieht sich auf die Worte des Hermes:
Alles ist oben wie unten.
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon sunny » 31. Jul 2010 11:24

Durch die sich SELBST entfaltende und differenzierende Bewusstheit der unsterblichen INDIVIDUALITÄT lernt ein menschliches Wesen seine Wesensglieder immer besser kennen und kann sie somit auch gestalten .

Die Freiheitsgrade potenzieren sich über die Erkenntnis des kosmischen Eingebundenseins .

Johannes - Forschung wird dann zum Lernen am lebendigen Beispiel *!*
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon Germain » 1. Aug 2010 10:20

Liebe Sunny,

du schreibst:

sunny hat geschrieben:.. stellt sich mir eben die Frage, inwiefern der Aspekt der spirituellen Ökonomie bei der Erforschung der Johannes Individualitäten hervorgehoben werden müsste ?

Oder ist diese Perspektive so selbstverständlich im Inkarnationsgeschehen verwoben, dass sie nicht separat berücksichtigt werden sollte ?


doch, doch Sunny,
der Aspekt ist besonders wichtig und wir haben auch schon einen Anfang damit gemacht, es hervorzuheben. Das war da, wo es um die vervielfältigten Kopien des zunächst zurückbehaltenen Teiles des adamitischen Ätherleibes ging, der sich durch den nathanischen Jesus zum ersten mal inkarnierte und dadurch diese Vervielfältigung erfuhr.
Nun ist das nicht nur mit dem Ätherleibe des Jesus der Fall, derart vervielfältigt zu werden, sondern mit allen seinen Wesensgliedern. Selbst von dem Ich desselben, gibt es wohl Kopien die darauf warten von Menschen angezogen zu werden, die heute eine entsprechende Entwicklung durchmachen, durch die ein solches Anziehungsband geschaffen wird.
Das besondere der Johannes-Forschung wie sie hier gemeint ist besteht darin, aufzuzeigen, wie die beiden Johannes-Individualitäten unmittelbar daran beteiligt sind, die Urbilder dieser Wesenglieder sozusagen dahin zu führen, eben vervielfältigt werden zu können. Und das konnte nur dadurch geschehen, das der Logos selber Mensch wurde.


hier bringt Rudolf Steiner die Sache unmittelbar mit der Gralsströmung in Zusammenhang
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Re: Zur Johannes-Forschung

Beitragvon sunny » 1. Aug 2010 18:28

Danke Germain *!*


Es wäre schön, wenn ich mir das schon Erwähnte und Gelesene leichter gleichzeitig vergegenwärtigen könnte...

Wahrscheinlich ist es auch zum Teil Übungssache und ich bin halt noch nicht versiert genug.
Spirituelle Ökonomie per se wäre sicherlich auch schon für sich einzeln betrachtet ein recht umfassendes Thema.

Interessant wird es sicherlich auch, wenn die Johannesindividualitäten immer mehr in den Fokus treten und die Urweisheit ganz *neu* erscheint.
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