Anthroposophische oder Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft
Interessenten an der von Rudolf Steiner zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten Anthroposophie werden in der Regel irgendwann den Wunsch verspüren, Menschen zu begegnen, die sich ebenfalls für diese Wissenschaft von den mit den physischen Sinnen nicht beobachtbaren, jedoch real existieren geistigen Welten beschäftigen, um mit diesen in einen Gedankenaustausch zu treten oder sogar eine Zusammenarbeit anzustreben. Stellt sich dieser Wunsch ein, so werden diese Menschen sich darüber zu informieren versuchen, wie sie in Kontakt kommen können zu solchen Menschenkreisen und werden dann vermutlich auch auf die weltweit agierende Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (AAG) stoßen und zu dieser vielleicht Kontakt aufnehmen in der Annahme, daß diese Gesellschaft im Sinne des Begründers der anthroposophischen Bewegung der rechte Ansprechpartner sein sollte. Was sie aber in der Regel nicht von den Vertretern dieser Gesellschaft erfahren werden, ja nicht erfahren können, weil diesen Vertretern das selbst nicht bewußt ist, daß es die mit Rudolf Steiner in der Weihnachtszeit 1923 begründete Anthroposophische Gesellschaft (AG) nicht mehr gibt, da diese unmittelbar nach dessen Tot quasi von der Bildfläche verschwand und an ihre Stelle eben dieser Verein AAG lanciert wurde und die Mitglieder der AG – für diese unbewußt – in die AAG übernommen wurden.
Dieser – den Mitgliedern der AAG auch heute noch meist unbekannte – Vorgang bewirkte, daß lt. Rudolf Steiner aus der „modernsten Gesellschaft, die es geben kann“, eine autoritäre Organisation wurde, die unter dem Mantel der Anthroposophie insgeheim Ziele verfolgt die dem Geist der Anthroposophie entgegenstehen. Da sich dieser Wandlungsprozeß für die Mitglieder unbewußt vollzogen hat, wird es Kontaktsuchenden nahezu unmöglich gemacht, diesen Tatbestand zu erfahren, bevor sie sich dieser Gesellschaft im guten Glauben anschließen. Sind sie dann Mitglied der AAG geworden, so werden sie im Laufe der Zeit verspüren, daß sie den erwarteten Raum geistigen Freiheit und brüderlicher Atmosphäre nicht wirklich finden können, den sie durch die Beschäftigung mit den Schriften Rudolf Steiners glaubten erwarten zu können.
Diese betrübliche Erkenntnis aufzunehmen, ist leider unumgänglich, wenn es einem darum geht, der Anthroposophie in ihrer Universalität näher zu treten, um mit ihr auf Dauer zu leben. Eine recht funktionierende anthroposophische Gesellschaft braucht es dazu nicht und so wird diese zunächst bedrückende Erkenntnis sich auf längere Sicht als befreiend erweisen.
Daß dem tatsächlich so ist, darüber möchte ich gerne mit interessierten Anthroposophiefreunden diskutieren.
Hof Fenix in Polen im März 2010
Rudolf Saacke
